In meiner Abwesenheit hatte Dave auf die Stella Maris aufgepasst. Als ich mit Christine auf das Schiff kam, war alles Tipp top im Schuss. Einige Jachten lagen im Hafen, welche sich auf den Transatlantik vorbereiteten. So auch neben uns ein deutscher Motorsegler. Der Skipper instruierte die Crew (vermutlich der Sohn und dessen Freunde) über jedes Detail und das über den ganzen Tag. Wir rätselten, was die Crew am Abend alles verinnerlicht hatte.
Am nächsten Morgen noch schnell zur Tankstelle und Diesel bunkern und schon waren wir wieder auf See. Unser Ziel so zu angewöhnen war nochmals Porto Santo. Als wir aus der Abdeckung der Insel raus waren begann das bekannte Atlantikschaukeln was Christine nicht so bekam. Nach 6 Stunden fiel der Anker auf 8m Tiefe.
Nach dem Frühstück machten wir uns früh auf den Weg nach Ilhas Desertas ein Naturschutzgebiet, das nur mit entsprechender Bewilligung angelaufen werden darf. Ein herrlicher 40 sm langer Halbwindkurs bei 20 – 25 Knoten Wind. Da war die Stella Maris so richtig in ihrem Element.
Kaum hatten wir die schmale Durchfahrt Boqueirao Sul durchquert war das Meer ohne Wellen und fast kein Wind wehte. Schon bald war die Ranger Station auszumachen und wir suchten einen Ankerplatz. Plötzlich wurden wir über Funk angerufen: «GB from Katamaran over». Nach einiger Zeit merkten wir, dass wir gemeint sind und die Besatzung des Touristenkatamarans von Funchal meinte, unsere rote Flagge sei die von England. Netterweise bot er uns an, dass wir seine Boje zum Übernachten benützen können. Grundsätzlich verwende ich keine fremden Bojen, wenn ich nicht weiss, wie gross der Stein, an dem sie hängt ist. Doch bei dieser Kat Grösse konnte man ein Auge zudrücken.
Am nächsten Morgen besuchten wir mit dem Beiboot die Ranger und begaben uns auf den Informationspfad. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zur 140 sm entfernten Insel Salvagem Grande. Auch ein Naturschutzgebiet mit einer Rangerstation.
Die ganze Nacht schob uns ein konstanter halb Wind mit 7 kn dem Ziel entgegen. Und natürlich mit den üblichen Atlantikwellen. Manchmal war es auch dem Generator zu viel. Dieser stellte bei mehr Krängung als 20 Grad mehrmals ab. So dauerte das Kochen etwas länger als sonst.
Am Morgen war die Insel schon von weitem zu sehen. Die Einfahrt ist etwas Tricki, da überall um die Insel Untiefen sind. Die Rangerstation liegt im Süden der Insel. Immer überraschend, wie in den Büchern die Buchten gross erscheinen und dann in der Realität eher klein sind. Auch hier war das so. Rundherum Felswände die Rangerstation wie eine Schweizer Seilbahnstation in den Berg hineingebaut. Nach dem Anmelden per Funk konnten wir eine schwimmende Leine als Festmacher benützen. Dass man diese Leine gut sieht war noch ein kleiner Fender daran befestigt. Als ich Dave helfen wollte, das Schiff mit dem Bugstrahlruder etwas zu drehen fand dieser Fender den Weg in unseren Bugstrahltunnel. Ein hässliches Geräusch und alle Flügel des Propellers waren ab! Sch…
Die Ranger luden uns zu einem 2-stündigen Inselrundgang ein und erklärten viel über die Vogelwelt wie auch über die Insel.
Früh legten wir am Morgen ab und machten uns auf den Weg zu dem 150 sm entfernten Ziel Arrecife auf Lanzarote. Wieder ein herrlicher Passatwind welcher uns bis an die Südspitze von Lanzarote blies. Von dort musste der Dieselwind bis ins Ziel weiterhelfen. An der Ostküste von Lanzarote steht häufig ein frischer NE Wind, nicht unbedingt die beste Situation eine 49 Fuss Yacht ohne Bugstrahlruder zu manövrieren. Wir funkten die Marian an und fragten, ob wir an einem Hammer Head festmachen könnten da wir über ein defektes Bugstrahlruder verfügten. Glücklicherweise war dort ein Platz frei und mit Hilfe der Marineros konnten wir die Stella Maris sicher am Steg belegen.